Gentechnik-Gegner zeigen Monsanto und zahlreiche Politiker an
Berlin (ddp-lbg). Gentechnik-Gegner wollen mit Strafanzeigen gegen den Konzern Monsanto sowie Politiker und Landwirte vorgehen. Mitglieder der Initiative «Gendreck weg» wollten noch am Montag von einem Genmais-Feld im Löwenberger Land bei Oranienburg einige Maiskolben holen, wie die Initiative mitteilte. Diese sollten dann als Beweismittel zur nächsten Polizeidienststelle gebracht werden.
Wie eine Sprecherin der Initiative auf ddp-Anfrage sagte, richten sich die Anzeigen gegen Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU), Brandenburgs Agrarminister Dietmar Woidke (SPD) sowie die Agrar GmbH Großmutz, die im Löwenberger Land auf 369 000 Quadratmeter gentechnisch veränderten Mais der Sorte MON 810 anbaue. Zugleich werde mit Monsanto der weltweit größte Anbieter von «gentechnisch manipuliertem Saatgut» angezeigt.
Nach Angaben von «Gendreck weg» wächst bundesweit auf mehr als 2000 Hektar Genmais. Derzeit beginne die Blüte der Pflanzen. Zwar habe das Bundeslandwirtschaftsministerium im April verboten, Genmais-Saatgut in den Verkehr zu bringen. Doch sei der diesjährige Mais zu dieser Zeit schon im Boden gewesen.
In den Anzeigen wird den Politikern und Unternehmen die ungenehmigte Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen sowie Boden- und Luftverunreinigung oder Beihilfe zu diesen Taten vorgeworfen.
(ddp)
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