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Einigung im Tarifstreit bei der Telekom

Meldung vom 20.06.2007 um 11:19

Bad Neuenahr (ddp-rps). Der monatelange Tarifstreit zwischen der Deutschen Telekom und der Gewerkschaft ver.di über die Verlagerung von rund 50 000 der etwa 160 000 inländischen Beschäftigten in Tochtergesellschaften mit schlechteren Arbeitsbedingungen ist beendet. Beide Seiten einigten sich in der Nacht zum Mittwoch im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr nach einem achttägigen Verhandlungsmarathon auf ein Kompromisspaket, das weniger harte Einschnitte für die Beschäftigten bedeutet als ursprünglich von der Telekom geplant. Unter dem Strich behalten die Mitarbeiter ihre derzeitigen Gehälter, müssen aber mehr arbeiten. Die Streiks sollen bis zum Wochenende heruntergefahren werden.

Der Kompromiss sieht im Kern vor, dass die rund 50 000 Beschäftigten wie geplant zum 1. Juli in Service-Tochtergesellschaften verlagert werden. Die Arbeitszeit soll ohne Lohnausgleich um vier auf 38 Wochenstunden ausgeweitet werden. Davon soll eine halbe Stunde auf Weiterbildung entfallen. Die Gehälter sollen zudem um 6,5 Prozent gesenkt werden. Ursprünglich waren hier von der Telekom rund neun Prozent geplant. Bereits in den vergangenen Tagen hatten sich beide Seiten auf einen Kündigungsschutz bis Ende 2012 geeinigt. Zudem dürfen die Tochtergesellschaften bis Ende 2010 nicht ausgelagert werden.

Die Reduzierung der Gehälter soll aus Mitteln eines dafür gebildeten Topfes, ähnlich einem Sozialplan, über einen Zeitraum von 42 Monaten stufenweise sozialverträglich abgefedert werden. Für die ersten 18 Monate betrage die Ausgleichszahlung 100 Prozent, für die nächsten zwölf Monate 66 Prozent und für die folgenden zwölf Monate 33 Prozent. Die Ausgleichszahlungen enden am 31. Dezember 2010. Da ver.di davon ausgeht, die Einbußen nach den ersten 18 Monaten über Tariferhöhungen wieder ausgleichen zu können, geht die Gewerkschaft von gleichbleibenden Gehältern aus.

Im Gegenzug einigten sich die Parteien für 2008 auf eine Nullrunde bei den Gehältern. Die Einstiegsgehälter würden zudem deutlich abgesenkt und lägen künftig zwischen 21 400 und 23 200 Euro. In den Servicegesellschaften sollen außerdem 4100 neue Mitarbeiter eingestellt werden.

Beide Seiten begrüßten die Einigung. «Wir haben eine Lösung, mit der sich die Deutsche Telekom, aber auch ver.di nicht verstecken muss», sagte Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger. Von den angestrebten Einsparungen zwischen 500 Millionen und 900 Millionen Euro im Jahr 2010 liege man «gut im Zielkorridor». Damit erreiche der Konzern «wettbewerbsfähige Kostenstrukturen». Der vereinbarte Kündigungsschutz dürfte einmalig sein. Man habe so 50 000 Arbeitsplätze gesichert.

Auch ver.di zeigte sich zufrieden. »Die Beschäftigten haben dem Unternehmen mit ihrem Streik weitreichende Zugeständnisse abringen können«, sagte Verhandlungsführer Lothar Schröder. Die Einkommen seien auf dem bisherigen Niveau gesichert. Der verlängerte Kündigungsschutz gebe Perspektive. »Mit diesem Kompromiss können wir leben", fügte er hinzu.

Noch am späten Vormittag sollte die Große Tarifkommission auf ihrer Sitzung in Köln über die Annahme des rund 70-seitige Lösungspakets entscheiden. Die seit dem 11. Mai andauernden Streiks, an denen sich im Durchschnitt täglich rund 15 000 Beschäftigte beteiligt hatten, sollen bis zum Wochenende reduziert werden. In der kommenden Woche sollen die Beschäftigten in einer Urabstimmung über ein Ende des Arbeitskampfes entscheiden.

(ddp)

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User-Kommentare

karlchen66 schrieb :

Finde ich gut das der Streit beenset ist, den jetzt sollte man sich wieder auf die Arbeit konzentrieren. Die Telekom hat im Bereich Kundenservice gegenüber den Mitbewerbern doch noch einiges an Nachholbedarf.

Samaka schrieb :

Hm, hm schon so lange her?

phwertvoll schrieb :

Wir haben den 21. Oktober 2009 - diese Nachricht als Top-aktuell zu deklarieren finde ich schon richtig frech!

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